Greding und das Deutschlandlied – Der Pseudoskandal der Medien, Deutschlandhasser und politisch Ängstlichen

Auf dem Flügeltreffen Greding am 4.5.2019 wurde, mutmaßlich durch einen Fehler in der Technik, das Deutschlandlied in allen drei Strophen abgespielt (bzw. die erste Strophe kurz angespielt und alle drei Strophen wurden von allen ohne Musik weiter gesungen).
 
Ganz abgesehen davon, dass das „Lied der Deutschen“ von Hoffmann von Fallerleben schon am 26. August 1841 auf Helgoland (damals zu England gehörig) gedichtet wurde und daher schon einmal nichts mit „Nazis“ oder dem 3. Reich zu tun hat, weiterhin keine der drei Strophen verboten ist und sogar bis 1991 ALLE drei Strophen die deutsche Nationalhymne waren – auch wenn man in der Regel nur die 3. Strophe sang, muss man sich schon wundern, wie fast die gesamte, offensichtlich auf links, gegen das eigene Land und gegen die Wahrheit gepolte Presse aus dem Singen dieses Liedes einen Skandal auf Staatsniveau herbeischreiben will.
 
Interessant sind dazu aus meiner Sicht zwei Dinge:
 
1) Erhebliche Textlücken bei vielen Anwesenden. Man sollte eigentlich erwarten, dass alle Deutschen, die rechtslage und den vollständigen Text ihrer Nationalhymne bis 1991 zumindest kennen. Das gilt besonders für diejenigen, die sich als eine patriotische Alternative für Deutschland verstehen wollen.
 
2) Man mag über die erste Strophe, wenn man etwas ängstlich ist, wegen des geographischen Bezugs und „Deutschland über alles“ diskutieren, obwohl auch diese Strophe entgegen mancher Behauptungen nicht verboten ist.
 
Die inzwischen etablierte vorsätzliche Missinterpretation ist auch völlig unpassend, denn wer beispielsweise seine Kinder oder seinen Partner „über alles liebt“, der verachtet nicht andere Menschen und ebenso ist die Aussage, dass man sein eigenes Vaterland und seine eigene Heimat „über alles“ liebt keine Abqualifizierung anderer Länder oder gegen sie gerichtet. Die Liebe zur Heimat kommt in praktisch allen Nationalhymen und in Deutschland auch vielen Landeshymen als etwas völlig Selbstverständliches vor.
 
Im Vergleich vielen anderen Nationalhymen (beispielsweise der franzözischen) ist das Deutschlandlied im Übrigen sogar absolut harmlos.
 
Was aber gerade zu erschreckt, ist die Tatsache, dass diverse Flügelzugehörige bis in die oberen Etagen ein Problem mit der zweiten Strophe hatten, die unpolitisch ist und letztlich nur ein positiver Gesang zu schönen, deutsche Dingen und eine Aufforderung zu „edlen Taten“ ist.
 
Es ist schon etwas absurd, wenn man Höcke bei seiner Rede vom „deutschen Deutschland“ im Dirndl und deutscher Tracht frenetisch Beifall zollt, aber dann aber ein Problem mit der zweiten Strophe hat, die wie folgt lautet:
 
„Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!“
 
Hier ist also noch einiges zu tun, um die anerzogene Angst vor der eigenen Identität weiter abzubauen.
 
Ein erster Schritt wäre mal, sich beim Absingen des Deutschlandsliedes grundsätzlich zur zweiten Strophe hochzuarbeiten, denn diese Strophe gibt Kraft ohne groß politisch zu sein.
 
Ein wesentlicher Teil des politischen Kampfes geht auch darum, die Deutungshoheit zu vielen Dingen u.a. zu deutschem Liedgut wieder zurückzugewinnen.
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